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Der MPU-Fragebogen: was dich vorab erwartet

Was im Fragebogen zur Lebens- und Konsumgeschichte drinsteht — und warum Ehrlichkeit hier die einzige Strategie ist.

Stand 2026: Vor der MPU füllen viele Begutachtungsstellen einen Fragebogen zu Konsumverlauf und Lebenssituation aus; die Angaben müssen mit Laborwerten und Gespräch übereinstimmen. Widersprüche sind der häufigste Grund für negative Gutachten. Diese Seite erklärt, welche Angaben der Fragebogen enthält und worauf du bei den Antworten achten musst.

Worum es hier geht

Viele Begutachtungsstellen schicken vor der MPU einen Fragebogen zur Lebens- und Konsumgeschichte. Diese Seite erklärt, was drinsteht, warum er ernst genommen werden muss und wie du dich vorbereitest — ohne Musterbögen und ohne Schönfärberei.

Was im Fragebogen drinsteht

Die Formulare unterscheiden sich je Stelle, die Themenfelder sind aber ähnlich. Grob sechs Blöcke:

  1. Lebenssituation: Familie, Wohnen, Beruf, finanzielle Lage.
  2. Gesundheit: Erkrankungen, Medikamente, früherer Konsum.
  3. Konsumgeschichte: Was, wie viel, wie lange, mit welchen Pausen — beim Alkohol oft mit Altersangaben je Phase.
  4. Die Auffälligkeit: Vorwurf, eigener Blick darauf, Erklärung für Wert oder Befund.
  5. Veränderung: Was ist seitdem anders, mit welchen Belegen.
  6. Zukunft: Wie sicherst du die Veränderung ab, Rückfallstrategien.

Warum Ehrlichkeit die einzige Strategie ist

Der Fragebogen ist kein Vertrauensvorschuss, sondern ein Abgleichmedium: Alles, was du dort angibst, wird mit der Akte, den Laborwerten und dem Gespräch abgeglichen. Wer an drei Stellen dasselbe Ereignis unterschiedlich darstellt, verliert schneller an Glaubwürdigkeit, als er sie durch gute Antworten gewinnen kann. Die Aufarbeitung der eigenen Geschichte — ehrlich, stimmig, mit Zahlen, die zur Akte passen — ist darum der Kern jeder Vorbereitung. Vertiefung auf dieser Site: die Fragenliste und die Testfragen zum Selbsttesten.

Häufige Fragen

Was ist der MPU-Fragebogen?

Ein mehrseitiger Fragebogen zur Lebens- und Konsumgeschichte, den viele Begutachtungsstellen vorab schicken oder zu Beginn ausfüllen lassen. Er fragt nach Familie, Beruf, Gesundheit, Konsumgewohnheiten und der Auffälligkeit. Er ist kein Formalität: Der Gutachter liest ihn vorab und bereitet daraus Gesprächsschwerpunkte vor.

Muss ich den Fragebogen ehrlich ausfüllen?

Ja, und das aus Eigeninteresse. Der Gutachter hat die Akte vor sich — Promillewert, Bescheid, Laborwerte. Widersprüche zwischen Fragebogen, Gespräch und Akte fallen unweigerlich auf und kosten Vertrauen. Ehrlichkeit ist die einzige Strategie, die im Ernstfall trägt.

Kann ich den Fragebogen vorbereiten?

Vorbereiten ja, ausfüllen lassen nein. Sinnvoll ist, die eigene Geschichte vorher schriftlich aufzuarbeiten: Konsumverlauf, Auslöser, Veränderung. Dann fallen die Antworten im Fragebogen stimmig und ruhig aus. Was du nicht tun solltest: Musterlösungen aus dem Internet übernehmen.

Was passiert mit Widersprüchen?

Sie werden im Gespräch adressiert. Der Gutachter wird dich darauf ansprechen — etwa wenn der Fragebogen zwei Bier nennt und die Akte 1,9 Promille. Wie du damit umgehst, entscheidet das Gespräch: Eine ehrliche Erklärung kann Widersprüche auflösen, eine ertappte Schönfärberei nicht.

Gibt es Musterfragebögen zum Üben?

Es gibt Muster und Beispielfragen in Ratgebern, und diese Seite zeigt die Themenfelder im Überblick. Aber ein ausgefüllter Musterbogen hilft nicht weiter: Dein Fragebogen muss aus deiner Geschichte kommen. Die Arbeit ist die Aufarbeitung, nicht das Formular.

Quellen